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Der Barf Shop um die Ecke

Ich habe eine Entdeckung gemacht. Und weil ich von der so begeistert bin, möchte ich euch davon erzählen und vielleicht auch ein klein wenig Werbung machen.

Seit ich in Wuppertal wohne, weht mir wieder der Duft der großen weiten Welt um die Nase. Okay, das ist vielleicht etwas übertrieben, aber im Gegensatz zu Solingen ist Wuppertal um einiges lebendiger. Zwar hat man vor einigen Monaten das Tierheim geschlossen, was ich im Übrigen eine Schande finde, aber ansonsten ist für Tierfreunde jede Menge los und auch einiges zu bekommen, was man im näheren Umfeld sonst vergeblich sucht. Zum Beispiel Frischfleisch.

Ich barfe meine Kater nun seit 2 Jahren. Angefangen habe ich damit, weil ich bei Snorre eine Futtermittelallergie vermutete. Durch verschiedene Ausschlussverfahren hat sich das letztendlich bestätigt und es scheint am Geflügelfleisch zu liegen. Hundert pro sicher bin ich da immer noch nicht, aber seit ich es nicht mehr füttere, ist Snorres Haut sehr viel besser geworden. Da es in Solingen keinen Barf Shop gibt und der, den es mal gab, eher… beschisseneiden war, bin ich auf Lieferung von Frostfleisch umgestiegen. Hier habe ich zwei verschiedene Lieferanten ausprobiert und war mit beiden eher mäßig zufrieden. Beim ersten sagte mir die Fleischqualität nicht zu und beim zweiten hatte ich das Gefühl, öfters anderes Fleisch zu erhalten als auf der Verpackung deklariert.

Als ich nun Ende Februar umgezogen bin, habe ich in meiner unmittelbaren Nachbarschaft aber doch tatsächlich einen Barf Shop entdeckt! Huch!? Es handelt sich hierbei um den Barf Shop im Tal, der sich im Wuppertaler Umfeld (und auch darüber hinaus) bereits einen Namen gemacht hat. Er wird seit einigen Jahren von einer Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen betrieben und somit ist man dort in guten Händen, wenn man konkrete Fragen zur Fütterung hat. Bei meinem ersten Besuch dort vor zwei Wochen war ich erst etwas unsicher, weil ich dachte: „Wahrscheinlich ist hier alles total elitär und ich werde ganz viele schwierige Sachen gefragt, wenn ich rein will. Und wenn ich nicht antworten kann, erhalte ich Hausverbot – aaaaaah!“ (Okay… so ähnlich.) Tatsächlich aber war man super nett, es gab interessanten Small Talk gratis zum Einkaufserlebnis dazu und auch noch eine Probe für die Kater. Mir wurde gesagt, dass einige Katzen auf Kaninchenohren stehen. Mit Fell. Ich habe gratis eines mitbekommen und tatsächlich war das Ohr auch sehr interessant. Allerdings nur zum Beschnüffeln und Anlecken. Mehr nicht.

Am nächsten Arbeitstag hat sich dann unser Bürohund Tommy über das Ohr gefreut. Jetzt bin ich seine beste Freundin.

Letzten Samstag war ich wieder im Laden und habe Nachschub geholt. Ich bin wirklich froh, dass ich nun nicht mehr versuchen muss, kiloweise Fleisch in meinem kleinen Gefrierfach unterzubringen. Ich kann alle paar Wochen loslaufen und holen, was hinein passt. Dieses Mal gab es einen kleinen Überblick für mich, was das Barfen von Hunden angeht. Auch super interessant, denn es unterscheidet sich ja doch von der Fütterung von Katzen. Und man merkt, dass wirklich Fachwissen hinter der Theke steht und auch Interesse am Wohl der Tiere besteht.

Ich bin auf jeden Fall extrem zufrieden und glücklich, dass das Schicksal es gut mit mir gemeint und mir den Laden gezeigt hat. Wer sich fürs Barfen interessiert, der sollte sich da mal beraten lassen und es dann ausprobieren. Ich kann es nur empfehlen. 

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Provozier‘ mich, du blödes Huhn!

Hurra, es ist wieder soweit! Snorre Hat eine neue Kratzstelle am Kopf. Und zwar genau neben dem rechten Auge. Als ich das entdeckt habe, schrillten bei mir sofort die Alarmglocken. Immerhin bekam er in den letzten Wochen nur Huhn und Pute. Sollte das jetzt die Antwort auf den Provokationtest sein? 

 

Im Moment hasst er die Kamera, so dass ich schlecht an ihn heran komme, um ein Foto zu machen. Doch ich denke, man sieht die Stelle trotzdem. Zum Glück ist sie nicht besonders groß, er scheint sie auch nicht weiter aufzukratzen. Allerdings habe ich auch sofort wieder zum Entenfleisch gewechselt und hoffe, jetzt eine Besserung einzuleiten. Wenn sich da etwas tut, kann ich mir wohl ziemlich sicher sein, dass Geflügel für ihn nicht gut verträglich ist. Hoffen wir, dass die Wunde sich nicht entzündet, so dass ihm die Halskrause erspart bleibt.

Ansonsten hat sich die Situation bei uns zu Hause wieder ein wenig entspannt. Tabby ist wie immer freundlich und aufmerksam und auch Snorre begrüßt mich abends wieder. Vorhin haben wir erst einmal ausgiebig gespielt. Die beiden waren ziemlich aus dem Häuschen, weil sie so spät abends noch durch das Wohnzimmer toben durften. Unsere Nachbarn sind nämlich im Urlaub. Die schönste Zeit des Jahres – für uns. 😛

 

Ich wünsche mir wirklich, dass wir in absehbarer Zeit eine Wohnung finden, in der die beiden Kater ungestört toben können. Ohne motzende Nachbarn und am besten mit der Möglichkeit, einen Auslauf für die beiden aufzubauen. Es gibt bei uns einige gute Angebote, doch es scheitert auch manchmal an der Sturheit meines Freundes. Der weigert sich nämlich, irgendwo anders hin zu gehen, als in seine zwei bevorzugten Stadtteile. Noch Fragen? Nun ja, wir werden schon irgendwann etwas finden. Bis dahin machen wir es uns hier so schön wie möglich. Zum Beispiel mit der Tasche meines Freundes.

   

Ich bin mir ziemlich sicher, Tabby würde sie ehelichen, wenn er könnte. Er liebt diese Tasche einfach. 😀

Endlich Abwechslung! – oder: Tests mit Ente

Oh, diese Zufriedenheit! Dieses glückliche Putzen nach einem erfolgreichen Ausflug an den Futternapf! Wie lange war das bei uns nicht mehr zu erleben? Ein paar Wochen sicherlich. Ja, die Kater haben die „Zwangsdiät“ mit Pferdefleisch mitgemacht, aber begeistert waren sie nicht. Ich kann es sogar verstehen. Wer will schon jeden Tag das Gleiche essen?

Snorres Kopf sieht sehr gut aus. Die Haare wachsen nach – langsam, aber sie kommen. Wunden oder gerötete Hautflächen sind gar nicht mehr zu sehen. Das ist nun schon seit etwa zwei Wochen so und darum habe ich gestern beschlossen, dass ich ab heute etwas Neues auf den Speiseplan setzen werde. Etwas, das bisher auch nicht im Verdacht steht, allergische Reaktionen bei Snorre auszulösen: Ente. Ich hatte noch gefrorenes Brustfilet im Gefrierschrank, also habe ich das gestern schon mal aufgetaut, um es heute verfüttern zu können. Und was soll ich sagen? Es wurde schon lange nicht mehr mit solcher Begeisterung zugeschlagen!

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Om nom nom!!!

Ganz begeistert haben Tabby und Snorre auf den Fleischbrocken herum gegnatscht und die Näpfe komplett leer geschleckt, so toll fanden sie die Ente. Ich freu mich natürlich drüber, so kann ich ihnen endlich wieder etwas Leckeres bieten und gleichzeitig eine neue Phase in der Ausschlussdiät einläuten. Geplant ist, für gut zwei Wochen die Ente zuzufüttern. Wenn in dieser Zeit nichts passiert, dann wird das Flattervieh hoffentlich kein Auslöser sein und ich kann eine weitere Fleischsorte probieren. Da mein Vater neulich kiloweise Rindfleisch angeschleppt hat, tendiere ich dazu. Also, drückt uns die Daumen und Pfötchen, dass es so gut weiter geht!

Wir genießen dann jetzt mal die ersten Frühlingsgefühle, die uns von der Sonne gezaubert werden. Ist schon was Feines. 🙂

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Geschenke- und Winzpunkt-Alarm

Ich war heute mit einer Freundin im Fressnapf, um ein wenig Nachschub an „Ich misch dir Stinke-Fertigfutter ins Fleisch, damit du es frisst“-Happa für Tabby zu kaufen. Und da bin ich doch glatt über die niedlichsten Futternäpfe gestolpert, die ich seit langem gesehen habe! Ich wollte eh demnächst neue holen, weil die alten nicht mehr ganz so toll waren, und da habe ich direkt zugeschlagen.

IMG_1682Sind die nicht niedlich? Ach, außen drauf steht auch noch was!

IMG_1685Tabby musste natürlich gleich mal schauen, was ich da tolles Neues angeschleppt habe. Snorre traute der ganzen Sache wieder mal nicht, beim ersten Futtern aus der Schüssel musste ich ihm zeigen, dass das nichts Böses ist. 😀

Tjaaaa, und neulich beim Schmusen machte ich eine Entdeckung.

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Schön durchkraulen lassen auf dem Lieblingsplatz.
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Da juckt es gerade an der Pfote.
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Ja, die Krallen müssten wir auch mal wieder schneiden…
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Aber… Was… ist das?

Na, hervorragend. Da hat sich doch glatt bei Snorre über dem linken Auge eine neue kleine Wunde gebildet. Püh! Einfach so! Es fing als winziger roter Punkt an und wurde dann ein klein wenig größer. Scheint aber nicht so doll zu jucken, denn er geht nicht übermäßig dran und es hat sich auch noch nicht bös verschlimmert. Ich mache immer ein wenig Silberwasser drauf, damit die Wundheilung besser klappt. Und ja, ich habe eine Vermutung, woher das kommt. Tabby hat neulich ein wenig getrocknetes Putenfleisch bekommen. Ich hab noch einiges davon und manchmal muss ich ihn damit locken, damit er abends aus dem Wohnzimmer kommt. Jedenfalls hat Snorre ihm einen Happen abgejagt. Am Tag danach: Roter Winzpunkt über dem Auge. Aha? Er bekam da täglich auch noch etwas von dem Animonda Stinke-Futter unter das Pferdefleisch gemischt, damit er besser frisst. Der Punkt verschwand nicht, sondern wurde etwas größer. Also kombinierte ich mal ein wenig. Putenfleisch… getrocknet… In dem Animonda ist Brühe drin… zu 31 %… Ich nehme an, dass es sich um Hühnerbrühe handelt, was ja passen würde, wenn… Ja, wenn Snorre so extrem auf Geflügel reagiert. Ich werde das mal weiter beobachten und auch das „Pferde-Animonda“ bei Snorre komplett meiden. Ich kriege das noch raus!!

Ich kann doch nicht drei Tage lang das Gleiche essen!

Doch, du kannst, Snorre. Sogar wochenlang. Dafür werde ich sorgen.

Vor 2 Tagen habe ich mit der Ausschlussdiät für mein Katerchen angefangen. Tabby muss zwangsläufig mitmachen, es wird ihm nicht schaden und eine getrennte Fütterung ist bei den beiden schwierig. Eigentlich wollte ich es mit einer sortenreinen Fütterung von Ente versuchen, da die Proteinbausteine da wohl anders sind als bei Geflügel und sich das Fleisch daher auch für eine Ausschlussdiät eignet. Ja, ich weiß, die Empfehlung geht eigentlich meist direkt zu Pferd und nachdem ich die Kosten abgewogen habe (sortenreines Futter aus Ente zu beziehen ist einfach irr-sinn-ig teuer), bin ich auch beim Pferdefleisch gelandet. Warum ich das eigentlich nicht wollte? Ich habe ein kleines Trauma, was Pferdefleisch angeht. Ein Exkurs in meine Kindheit… Als ich noch ein kleiner Stöpsel war – etwa 8 Jahre -, war ich ein totaler Pferdenarr. Ich habe Reitunterricht bekommen, habe bei den Bauern bei uns im Dorf in den Ställen herumgelungert und viel Zeit mit den Tieren verbracht. Waren für mich einfach die tollsten Lebewesen auf der Welt. Mein Vater fuhr mit mir und meinem Bruder zu der Zeit auf den Bremer Freimarkt und da Kinder ja auch mal was essen wollen, fragte er mich, ob ich eine Bratwurst wolle. Er holte mir eine, ich kaute fröhlich vor mich hin und als er mich fragte, ob es mir schmecke, eröffnete er mir lachend, dass ich gerade Pferdewurst aß. Ich weiß noch, dass ich geheult habe wie ein Schloßhund. Seitdem kann ich kein Pferdefleisch anrühren. Wenn andere es essen wollen, bitte, aber es geht bei mir nicht und ich wollte es darum eigentlich auch nicht kaufen bzw. irgendwann frisch verarbeiten.

Aber gut, was tut man nicht alles für seine Hausgenossen? Ich habe mir also Pferdefleisch von Lunderland bestellt und das noch hier vorhandene Futter schon nach und nach mit Animonda Integra Sensitive Pferd & Amaranth vermischt, um die Umstellung zu erleichtern. Das lief auch ganz gut und am ersten Tag der Diät nahmen die Kater das reine Pferdefleisch morgens auch begeistert an. Am Abend mischte ich ihnen ein wenig Seefischöl aus Omega3-Kapseln unter ihr Futter.  Die Anregung kam von Christina und Kipet und nach anfänglichen Zweifeln dachte ich mir, ich könnte es einfach mal versuchen.  Auch hier war die Akzeptanz kein Problem. Hurra!

Tabby schnüffelt schon mal an.
Tabby schnüffelt schon mal an.

Praktischerweise habe ich von einer Freundin zu Weihnachten ein Katzenjournal geschenkt bekommen. Quasi ein Tagebuch für Samtpfoten. Ich benutze es jetzt vor allem als Diät-Journal, was wirklich eine feine Sache ist. Klar kann man auch ganz viel anderen Kram hinein schreiben – was ich natürlich mache, weil ich schreiben halt toll finde.

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Gestern Morgen dann bei der Fütterung: Große Augen. „Och nöö… Schon wieder Pferd? Das hatten wir doch gestern erst!“ Tja, Pech! Klar gibt es nichts anderes. Alle Leckerchen sind auch schon seit geraumer Zeit von der Speisekarte gestrichen, also entweder sie gewöhnen sich jetzt dran oder… Na, irgendwas anderes würde ich mir einfallen lassen, aber das müssen sie ja nicht wissen. Tabby ist ein wenig um den Napf herum geschlichen und hat dann doch noch einige Happen genommen, ehe er beleidigt von dannen schlich. Snorre allerdings schnüffelte nur angewidert und schüttelte sein Pfötchen. „Nie und nimmer esse ich das!“ Also Trick 17: Snorres Napf nehmen, mit einer Untertasse abdecken, auf die Anrichte in der Küche stellen und warten. Ich wies meinen Freund an, ihnen ja nichts zu geben und fuhr zu meinem Treffen mit zwei Freundinnen. Als ich nach Hause kam, war die Untertasse vom Napf geschoben und der Inhalt beinahe vollständig geleert. Da das nur Snorre macht und das auch mit Vorliebe, wusste ich zumindest, dass er was gefressen hatte. Abends allerdings dann wieder lange Zähne und Ablehnung bei beiden. Heute Morgen klappte es dafür wieder ein bisschen besser, Snorre hat wenigstens gefressen wenn er dachte, ich schaue nicht hin. Und Tabby haut eh rein, wenn er merkt, dass es sonst nichts gibt.

Die Wunde heute Mittag.
Die Wunde heute Mittag.

Ich denke, wir werden uns hier ein wenig von Tag zu Tag hangeln. Ab nächster Woche möchte ich auch Frischfleisch beimischen. Wir haben quasi um die Ecke einen guten Pferdemetzger, da muss ich mich dann mal hinein wagen. Buhuhuhuuuu, dieses Trauma!

Silvestererlebnisse und Projekt Ausschlussdiät

Nachdem die letzten stressigen Tage des alten Jahres nun vorüber sind, komme ich auch endlich wieder zum Bloggen. Ich hoffe, ihr seid alle gut „rein gerutscht“?  Bei uns sind die Hunnen die Schweizer eingefallen.  Wir haben Freunde dort, die wir im Jahr so ein bis zwei Mal sehen, wenn es sich einrichten lässt. Im Sommer waren wir ein paar Tage am Züricher See und zu Silvester sind sie nun zu uns gekommen.  Auf dem Weg haben sie noch mein Ninchen aufgegabelt und so hatten wir hier tollste Gesellschaft zum Jahreswechsel. Es gab Käsefondue und nerdige Spiele, zu Silvester einen riesigen Tisch voller Salate, Bruschetta, Frikadellen, Kekse, Tiramisu, Baguette, Muffins… Om nom nom! (Ich hab viel zu viel gegessen, aber es war alles so lecker.)

Die Kater stehen ja ziemlich auf Besuch. Aber bisher hatten wir noch nie so viele Leute über mehrere Tage bei uns. Am ersten Abend war vor allem Tabby total aus dem Häuschen, weil so viel mit ihm gespielt wurde und er gar nicht genug davon bekommen konnte. Doch bereits am nächsten Tag war es ihm zu viel und er verkroch sich in meinem Hobbyraum, wo er seine Ruhe hatte. Ist schon wirklich gut, dass wir das dritte Zimmer haben. Dort haben die Katerchen auch die meiste Zeit verbracht, während unser Besuch da war. Ab und zu kam mal einer von den beiden schauen, was wir so trieben und verschwand dann wieder.  In der Silvesternacht hatte ich schon etwas Angst davor, wie sie auf die Böller und Raketen reagieren würden. In meinem Kopf fanden schon die schlimmsten Horrorszenarien statt und mein Freund war grantig, weil ich ankündigte, sie ins Schlafzimmer zu lassen (den einzigen Raum, der nicht zur Strasse raus geht) wenn es zu arg wird. Man stelle sich meine Überraschung vor, als es draußen anfing zu knallen und Snorre sich doch tatsächlich ans Fenster gesetzt hat, um auch auch ja nichts von dem Spektakel draußen zu verpassen! Tabby fand das nicht ganz so prickelnd wie sein Bruder, hatte aber auch keine Angst, sondern blieb halt auf dem Schreibtisch bzw. auf seinem Schlafkissen, das daran befestigt ist, sitzen. Versteh einer die Psyche der Katzen.

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Wie man auf dem Foto schon sieht: Snorre trägt immer noch den Kragen der Schande. Obwohl er nicht mehr zum Kratzen an seinen Kopf kommt (bis auf die zwei Gelegenheiten, zu denen er sich des Teufelsdings entledigt hatte), entstanden wieder zwei neue Wunden auf der anderen Seite des Ohrs.

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Kurz vor dem Trichter. Die Mitte ist verheilt, der Wundrand immer wieder offen durchs ständige Kratzen.
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Drei Tage Trichter und die Heilung ist schon ganz gut zu sehen.
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Sieben Tage Trichter. Sehr gut zu sehen die zwei neuen Stellen.
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Zwölf Tage. Er hatte sich des Dings für etwa eine Minute entledigt: Tadaaa!

Und so lande ich nun doch wieder beim leidigen Thema Ausschlussdiät. Seit einiger Zeit lese ich mich da nun ein und aufgrund der Hartnäckigkeit von Snorres Wunden gehe ich es nun an. Auch wenn die Tierärztin gesagt hat, ich soll einfach wieder auf das Futter umstellen, das er vorher vertragen hat, bin ich sehr skeptisch, ob das auch wirklich was bringt. Immerhin ist es nun gut fünf Wochen her und es wird ja nicht besser. Wir können ihn aber auch schlecht immer mit dem Kragen herum laufen lassen. Er spielt zwar inzwischen wieder und ist uns auch nicht mehr lang böse, wenn wir ihn mit dem Silberwasser am Kopf betupfen, aber man merkt schon, dass er etwas deprimiert ist. Fressen mag er auch nicht mehr so gern und es muss ihn schon ziemlich jucken überall, denn er lässt sich nun minutenlang am Kopf kraulen, was ja vorher quasi nur mit Kampfausrüstung möglich war. Nun drückt er sein Köpfchen aber richtig in unsere Hände. Der Kleine tut mir so leid und ich will eigentlich nur, dass es ihm so schnell wie möglich wieder besser geht.

Ich werde also in der nächsten Zeit berichten, wie es mit der Diät bei uns so klappt. Und obwohl die Ärztin zu mir meinte, barfen würde für Snorre gar keinen Unterschied machen, möchte ich quasi „zeitgleich“ versuchen, auch nach und nach auf Frischfleisch umzustellen. Huhn und Pute mochten sie frisch ja schon immer gern, Ente geht nur unters herkömmliche Futter gemischt. Ich bin mal gespannt, wie sich das entwickeln wird.

Ehrlich gesagt bin ich etwas nervös. Ich hoffe, ich mache nicht alles nur noch schlimmer…

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Wie gut, dass wir geblieben sind…

… denn heute mussten wir Snorre tatsächlich die Halskrause verpassen. Zwar sind die bösesten Stellen schon ganz gut abgeheilt, doch über Nacht hat er sich den Wundrand wieder so sehr aufgekratzt, dass es heute Mittag siffte.

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Da hat sich schon viel geschlossen.

Puh.

Also einmal tief durchgeatmet und dann meiner besseren Hälfte mitgeteilt, dass wir da nun ran müssen. Zuerst mussten wir den Trichter an das Katzengeschirr tüddeln, das wir hier noch liegen haben. Wir haben uns gedacht, dass das sicherlich nicht schlecht ist, weil er sich so nicht würgen kann. Nach ein bisschen Gefummel hatten wir es dann und ich schnappte mir direkt den Kater. Ich wollte nicht drüber nachdenken, ob er da jetzt Stress macht oder nicht, das hätte mich nur wieder verunsichert. Ich hab immer wieder an mein Ninchen gedacht, die ihrer (Monster-)Katze Maggie neulich unter größten Anstrengungen Tabletten gegeben hat. Wenn sie das schafft, dann kann ich das auch! Snorre war allerdings nicht dieser Ansicht und entwand sich nach einem kurzem Kampf meinem Griff, indem er mir an die Schulter sprang, sich dort festkrallte und sein gesamtes Gewicht nach ein paar Hieben an meinen Rücken hängte. Dann war er verschwunden. Also neuer Plan. Dieses Mal schnappte ihn sich mein Freund und hielt ihn vor sich fest. Ich begann, ihm den Kragen inklusive Geschirr festzumachen und… er hielt still! Halleluja! Es passte ihm nicht, nein, aber keine Hiebe, kein Treten, nichts. Er wartete sogar regungslos ab, bis ich den Gurt, der eigentlich um den Bauch kommt, ebenfalls um seinen Hals gelegt und enger gestellt hatte. Der liebe Kater hat nämlich echt zugelegt, das Ding passt nicht mehr.

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Was wirklich erstaunlich ist: So sehr meine Mimose es auch hasst, so „versorgt“ zu werden, so wenig versucht er sich den Trichter abzumachen. Er rennt rum wie das Leiden Christi, hält den Kopf gesenkt und lässt den Schwanz hängen und ich bin mir sicher, er würde auch ein oder zwei Tränen raus drücken wenn er könnte, aber er akzeptiert sein Schicksal. Dafür bin ich sehr dankbar. Wirklich. Wenn ich mir vorstelle, da auch noch die ganze Zeit hinterher sein zu müssen… Och nee!

Mit ziemlich gutem Timing kam heute auch das Silberwasser an, das ich mir auf Kipets Empfehlung hin bestellt habe. Und da gerade alles so gut lief, gab es für Snorre auch noch einmal gratis Wundversorgung. Ich habe ein Wattepad mit dem Silberwasser der Stärke 25 ppm getränkt und vorsichtig die Wunde damit abgetupft. Mein Freund hat Snorre festgehalten, aber er zuckte nur ein paar Mal. Wahrscheinlich, weil er ja eh schon so furchtbar dolle litt, das arme Hascherl. Die Tinktur habe ich großzügig aufgetupft und etwas einwirken lassen. Morgen Früh werde ich das wiederholen, mal sehen, ob es dann auch so gut geht.

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Praktisch! Fressen klappt und Tabby kann kein Futter klauen.

Natürlich gab es direkt nach der ganzen Behandlung auch Leckerlis und Streicheleinheiten. Währenddessen war das ja leider nicht möglich, weil jede Hand gebraucht wurde. Ich hoffe, er verbindet es dennoch ein wenig miteinander. Und nach einiger Zeit kam er auch wieder bei mir an. Zwar wollte er sich erst noch nicht gern anfassen lassen, doch er ließ es sich nicht nehmen, wie immer hinter mir auf der Stuhllehne zu liegen oder beim Abendessen neben mir auf dem Stuhl. Sogar zum Spielen konnte ich ihn später animieren und beim DVD-schauen am Abend lag er die ganze Zeit neben unseren Köpfen. Kann also nicht so schlimm sein.

Ich bin froh, dass wir uns zugunsten seiner Gesundheit fürs Hierbleiben entschieden haben. Und ich bin ein wenig stolz auf das, was wir heute geschafft haben. Es ist quasi unser kleines Weihnachtswunder. Und in diesem Sinne:

Ein frohes Fest allen Katzen und Dosenöffnern!